Nachweis der Merkmale einer lateinamerikanischen Stadt am Beispiel von Rio de Janeiro anhand des Stadtgrundrisses im Diercke Weltatlas

► Grundrissplan der Stadt Rio de Janeiro (Westermann - Diercke Weltatlas, Ausgabe 2008, Seite 218, Karte 3)

Kurzfassung der Auswertung der Kartenarbeit aus dem Untericht:

1. Lage und allgemeine Besonderheiten

RIO DE JANEIRO (Brasilien)       

22° 54′ S, 43° 12′ W - am Atlantik und an der Bucht von Guanabara

Fluss des Januars

Entdeckung im Januar 1502, Stadtgründung durch Portugiesen 1565

Irrtum: Mündung eines großen Flusses

Agglomeration: 11,6 Mio EW – Stadt: 6 Mio EW

Ein Viertel der Menschen in der Stadt lebt in diesen Elendsquartieren.

Rocinha, der größte Favela von Südamerika, am Südrand der Stadt, leben allein 200.000 Einwohner der Stadt

bis 1960 Hauptstadt von Brasilien

2. Nachweis

Geschäftszentrum hat Buchtenlage und liegt damit nicht zentral, dort befindet sich die Altstadt, quadratische Anlage der Infrastruktur
Altstadt ist umgeben von Gebieten mit Mischfunktion (WV der MS/US, Industrie, Infrastruktur, Parks, Flughafen, Häfen)
vom Zentrum gehen nach Norden und Westen Autobahnen und Zugstrecken in das Umland, diese werden begleitet von Industrie und Wohnvierteln der US
nördlich der Hügelkette liegen v.a. die WV der US stark durchzogen von Favelas
südlich der Hügelkette liegen die WV der MS, diese sind sozialräumlich zu den WV der US segregiert und liegen in unmittlelbarer Nähe zu Waldflächen und Naturschutzgebieten
WV der OS liegen am Atlantik und sozialräumlich stark segregiert, sie besitzen weitere Geschäftszentren und bewachte Wohnkomplexe (condominios), allerdings auch durchzogen von Favelas

3. Fazit

4. Stichwort: Kriminalität - Favela - Bevölkerung

Kriminalität

Ein großes Problem für die Stadt ist die wachsende Kriminalität. Laut dem brasilianischen Justizministerium liegt die Mordrate in Rio de Janeiro bei rund 60 Personen pro 100.000 Einwohner, während der Durchschnitt in Brasilien 30/100.000 Einwohner beträgt (Deutschland 1/100.000 Einwohner). Am meisten sind die Männer (94 %) und davon die Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren (44 %) betroffen. 80 Prozent der Tötungsdelikte werden durch Schusswaffen verursacht. Rund 90 Prozent der Schusswaffen befinden sich in Privatbesitz (davon etwa die Hälfte illegal), die restlichen zehn Prozent gehören dem Staat. Die Polizei hat neben Tötungsdelikten auch mit Entführungen, Raubüberfällen und organisierten Drogen- und Kriminellensyndikaten zu kämpfen. Die Aufklärungsrate der Morde in Rio de Janeiro liegt nach Expertenstudien bei einem Prozent.

Mit Favela werden die besonders in Randlagen der großen Städte Brasiliens liegenden Armenviertel bezeichnet. Die Behausungen in Favelas bestanden früher nur aus Kistenbrettern, Blechkanistern und Palmwedeln (Baumaterialien), mittlerweile aber gerade in Großstädten auch aus Steinen und Holzbrettern. Der Bezeichnung für die Armenviertel kommt von einer brasilianischen Kletterpflanze, welche den Namen Favela trägt. Ähnlich wie die Kletterpflanze siedeln sich die Armenviertel in Rio De Janeiro an den Bergen an und "klettern diese hoch" - daher der Name.

Bevölkerungsentwicklung im Stadtgebiet von Rio de Janeiro (Quelle: www.wikipedia.org/wiki/Rio_de_Janeiro )

 

        Jahr        

Einwohner

1680

4000

1750

29.000

1800

43.000

1807

50.000

1820

113.000

1830

125.000

1840

141.000

1851

166.000

1860

198.000

1872

275.000

1884

357.300

1890

522.700

1900

811.400

 

Jahr/Datum

Einwohner

1911

870.000

1920

1.157.900

1929

1.469.000

1940

1.563.800

1950

2.375.280

1960

3.300.431

1970

4.251.918

1980

5.090.723

1991

5.480.768

1996

5.551.538

2000

5.857.904

2007

6.093.472