In der Kategorie Gruppenarbeiten der 15- bis 20-Jährigen setzten sich die Köthener Schüler gegen ihre Konkurrenten durch. Künstlerischer Einfallsreichtum rund um das Thema Klimawandel war gefragt. "Es sollten originelle Ideen sein", hebt Martha Hölters-Freier, Kunstbeauftragte des Umweltbundesamtes, hervor. Ob Collage, Malerei, Skulptur, Fotoarbeit, Comic oder Video - der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt.
"Die Verantwortung jedes Einzelnen für die Zukunft der Erde soll deutlich werden", ging aus der Ausschreibung des Wettbewerbes hervor. Sorgen und Befürchtungen, aber auch Wege aus der globalen Krise wurden in den Mittelpunkt gerückt. "Was fällt uns zum Thema Klimawandel ein?", diese Frage stellten sich die sechs Schülerinnen des Ludwigsgymnasiums. Ideen wurden gesammelt und diskutiert.
Am Ende waren sich alle einig: "Um zu zeigen, dass wir alle auf das Geosystem Erde Einfluss haben und unser Handeln stets achtsam sein sollte, konstruierten wir ein Mobile", schreiben die Schülerinnen in ihrem Konzept. Anhand des Modells wird das Verhältnis von Gefahr und Hoffnung deutlich. Auf der einen Seite des Bambusstabes hängen vier kleine Weltkugeln, die für Erderwärmung, Naturkatastrophen, Klimaschäden und Polkappenschmelze stehen. Eine große Weltkugel mit positiven Errungenschaften der Menschheit gleicht diese Gefahren als Gegengewicht aus.
In Eigenregie kümmerten sich die Schülerinnen um die nötigen Materialien. Sie trafen sich dienstags nach dem Unterricht, um ihrer Idee Gestalt zu verleihen. "Es war eine intensive Schülerleistung", betont Olaf Sedelky. Der Geografielehrer ist stolz auf seine selbstständigen Kursteilnehmerinnen. "Wir haben zum ersten Mal als Arbeitsgemeinschaft bei einem solchen Wettbewerb mitgemacht", verdeutlicht er. Umso erfreulicher sei die unverhoffte Erstplatzierung.
Auch die Schülerinnen sind glücklich. Für Lisa Noack, Angelina Reiche, Franziska Fritsche, Saskia Liebegott, Katharina Barner und Sarah Karius haben sich die zahlreichen Bastelstunden gelohnt. Knapp zwei Monate waren sie mit dem Projekt beschäftigt. Kurz vor Abgabetermin wurde auch zu Hause fleißig am Modell gefeilt.
Die Elftklässlerinnen bewiesen Tatendrang und Engagement. "Ich finde, wir können das jederzeit wieder machen", bemerkt Franziska Fritsche. Schließlich habe das Projekt sehr viel Spaß gemacht. "Es war eine sehr angenehme Arbeit", lobt Katharina Barner.
Das Klimawandel-Mobile überzeugte die sechsköpfige Jury. "Mir hat sehr gefallen, dass dargestellt ist, wie zerbrechlich das Gleichgewicht ist", erläutert Martha Hölters-Freier. Ihr habe vor allem der Symbolgehalt des Mobiles gefallen. "Eine Gruppenarbeit ist besonders wertvoll", bemerkt das Jurymitglied. Mit der Resonanz auf den Jugendwettbewerb sei sie sehr zufrieden. "Es lief ein bisschen langsam an", erinnert sich die Kunstbeauftragte.
Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, gratulierte den Preisträgern des Wettbewerbes. Der Geografie-Kurs konnte sich über eine Fahrt nach Berlin freuen. Es geht ins Deutsche Technikmuseum. Die Siegerarbeiten wurden für einen guten Zweck versteigert. 200 Euro gehen an das Dessauer Projekt "Kleine Arche" für sozial benachteiligte Kinder. Einige der Arbeiten, so auch das Mobile des Köthener Geografie-Kurses, können künftig in den Räumlichkeiten der "Kleinen Arche" bestaunt werden.
Über 200 Einsendungen gingen beim Umweltbundesamt ein. Die Bewertung erfolgte in den vier Kategorien Einzelarbeiten (elf bis 14 Jahre), Einzelarbeiten (15 bis 20 Jahre), Gruppenarbeiten (elf bis 14 Jahre) und Gruppenarbeiten (15 bis 20 Jahre).